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Lot 820 - Isa Genzken (Bad Oldesloe 1948 – lebt in Berlin) - Weltempfänger.[...]

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Isa Genzken (Bad Oldesloe 1948 – lebt in Berlin)
Weltempfänger. 2015
Beton mit Antennen, mit Spielzeugauto. 46 × 33,5 × 10 cm ( 18 ⅛ × 13 ¼ × 3 ⅞ in.). Auf der Unterseite mit Bleistift signiert und datiert: Isa Genzken 2015.
Werkarchivnummer IG/S 2015/119.–
Das Spielzeugauto nicht fest montiert. [3026]
Der „Weltempfänger“ von 2015 geht auf ein ereignisreiches Jahr im Leben von Isa Genzken zurück: 1982 nimmt die Künstlerin sowohl an der 40. Biennale in Venedig als auch der documenta 7 in Kassel teil. Und es ist das Jahr, in dem sie ein herkömmliches Radiogerät, einen Weltempfänger, auf einem weißen Sockel postiert und es zum Kunstwerk erklärt. Auf den ersten Blick verspricht die Geste siebzig Jahre nach den Ready-mades von Marcel Duchamp wenig Neuerung. Im Hinblick auf Genzkens Gesamtwerk offenbart sich allerdings die Schlüsselfunktion dieser Arbeit: Sie ist Fortsetzung einer Fotoserie, die Anzeigen von Stereoanlagen versammelt und auf die Begeisterung der Künstlerin für Musik und neue Technologien schließen lässt. 1987 entstehen dann ihre ersten selbst gefertigten „Weltempfänger“: Kuben und Quader aus Beton, aus denen je eine Radioantenne fühlerartig emporstrebt. Anders als es der Titel vermuten lässt, umschließt der Beton in Wirklichkeit jedoch keine Geräte. Vielmehr erinnern die Werke an ein weiteres zentrales Motiv im Schaffen Isa Genzkens: ihre Prototypen moderner Architekturen, minimalistische Sinnbilder von Weltstädten wie New York. Tatsächlich lässt sich der Einfluss der amerikanischen Metropole auf die Künstlerin kaum übersehen. Seit den 60er-Jahren reist sie jährlich dorthin, lernt Minimalismus und abstrakten Expressionismus kennen. Genzken reagiert trotzig auf die von Männern dominierte Szene und beginnt, sich deren Arbeitsweise anzueignen. Statt sich auf typische Frauenthemen wie Körperlichkeit und Geschlechterbeziehungen zu konzentrieren, eignet sie sich die Prinzipien der Concept Art an. Sie bezieht Experten in die technische Umsetzung ihrer Skulpturen ein und lagert deren Produktion aus. Auch sonst zeigt sich die Künstlerin empfänglich für das Zeitgeschehen, das sie indirekt kommentiert und aufzeichnet. Architektur und Stadtraum versteht sie dabei nicht losgelöst von gesellschaftlichen und politischen Um­- ständen, die Genzken jedoch niemals direkt adressiert. Ihre Werke leben von der Deutungsoffenheit: So war der „Weltempfänger“ in den 1980er-Jahren vor allem ein Kommentar auf den „Volksempfänger“ der Nationalsozialisten. Mit Beton hat Genzken die Sendefunktion ausgeschaltet, die Antenne jedoch gewährleistet weiterhin Empfang. Und nur ein Jahr nach dem Tod von Joseph Beuys bietet sich eine zweite Lesart an: als Monument für den Künstler, der sich selbst als Sender bezeichnete. Auf das Betonsegment des „Weltempfängers“ von 2015 hat die Künstlerin ein Model des ersten selbsttragenden Omnibusses, den Kässbohrer Setra S8, platziert. Ein Hinweis auf den weiteren Verbleib des Werks: Der Erlös kommt dem Berliner Verein KINDerLEBEN zugute, der sich für krebskranke Kinder einsetzt. Lydia Korndörfer
Spende der Künstlerin. Der Erlös des Verkaufs kommt dem Verein KINDerLEBEN - Verein zur Förderung der Klinik für krebskranke Kinder e.V. zugute. Mehr Informationen zum Verein unter www.kinderleben.de



Isa Genzken (Bad Oldesloe 1948 – lives in Berlin)
Weltempfänger. 2015
Concrete with antennas, with toy car. 46 × 33,5 × 10 cm ( 18 ⅛ × 13 ¼ × 3 ⅞ in.). Signed and dated in pencil on the underside: Isa Genzken 2015.
Work archive number IG/S 2015/119.–
The toy car is not firmly mounted. [3026]
Donated by the artist.Sold to benefit the Verein KINDerLEBEN - Verein zur Förderung der Klinik für krebskranke Kinder e.V. Visit www.kinderleben.de

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